Überblick
Das ist kein Wanderweg — das ist eine Route. Ab dem Punkt, an dem man den markierten Weg oberhalb der Alp Lawena verlässt, gibt es keine Markierungen, keinen Pfad und kein Sicherheitsnetz: Routenfindung, Trittsicherheit auf steilem Gras und losem Fels sowie solides alpines Urteilsvermögen sind zwingend erforderlich. Der Lohn ist ein wilder, kaum besuchter Grat oberhalb von Triesen, den die meisten Wanderer nie zu Gesicht bekommen: ein abgelegenes Tal unterhalb des Schwarzhorns, der Demmerahöhi-Grat, die Grasflanken des Plasteikopfs und eine abschliessende Blockkletterei zu Hochspeler und Rappenstein.
Die Bewertung T5 und weglos ist nicht übertrieben. Nur angehen, wer sehr fit ist, sich auf ausgesetztem Gelände ohne Seil sicher bewegt und auch ohne jede Markierung den richtigen Weg findet.
Die Route
Triesen (Säga) → Alp Lawena: Start in Triesen bei der Säga, der Strasse taleinwärts Richtung Lawena folgen. Weiter über die Alp Lawena hinaus auf dem markierten Weg.
Der Weg endet: An der Kreuzung bei etwa P.1810 zunächst links abbiegen und dem Weg kurz Richtung Rappenstein folgen. Dann den Weg verlassen und nach rechts abbiegen, um dem Bach aufwärts zu folgen, hinein in das abgelegene Tal unterhalb des Schwarzhorns — hier endet der markierte Weg.
Blick zurück auf den Weg, kurz nachdem man ihn verlassen hat, um dem Bach ins Tal unterhalb des Schwarzhorns zu folgen.
Zum hinteren Talende: Dem Tal bis zu seinem hinteren Ende folgen, wo oft noch bis spät im Jahr ein Schneefeld die enge Rinne unterhalb des Grats füllt. Von hier aus links abbiegen und Richtung Demmerahöhi-Grat aufsteigen.
Das hintere Talende, mit Schnee, der Ende Juni noch in der Rinne liegt — hier links Richtung Demmerahöhi abbiegen.
Hinauf zum Demmerahöhi-Grat: Über den offenen Grashang auf den Grat bei der Demmerahöhi aufsteigen.
Aufstieg über den Grashang zum Demmerahöhi-Grat.
Demmerahöhi: Vom Gipfel der Demmerahöhi aus dominiert das Schwarzhorn die Kulisse dahinter, seine Flanke fällt in einen riesigen Schuttkessel ab — nicht Teil dieser Tour, aber ein markanter Blickfang zum Zurückschauen.
Blick zurück auf das Schwarzhorn vom Gipfel der Demmerahöhi.
Weiter zum Plasteikopf: Wieder nach vorne gewandt, führt der Grat weiter zum Plasteikopf, der deutlich steiler und ausgesetzter aussieht, als er sich dann herausstellt.
Der Grat voraus, der zum Plasteikopf führt — der tatsächliche Verlauf der Route. Die später genutzte Graszunge, die um den grossen Abbruch herumführt, ist oben rechts im Bild bereits sichtbar.
Der Trick ist, die gut gestuften Grasbänder zu finden, die eine natürliche Treppe die Flanke hinauf bilden, statt den Fels direkt anzugehen.
Aufstieg auf den Plasteikopf über gut gestufte Grasbänder.
Plasteikopf-Gipfel: Das ist der Gipfel des Plasteikopfs — der Blick voraus zeigt, wie der Grat weiter Richtung Rappenstein verläuft.
Der Gipfel des Plasteikopfs, Blick voraus entlang des Grats Richtung Rappenstein.
Blickt man vom Gipfel aus zurück, sieht man das gesamte bereits zurückgelegte Gelände — das abgelegene Tal, die Demmerahöhi und dahinter das Schwarzhorn.
Blick zurück kurz unterhalb des Plasteikopf-Gipfels, über das bereits zurückgelegte Gelände.
Die Graszunge: Vom Plasteikopf aus versperrt ein riesiger Abbruch den Grat voraus. Nicht direkt darauf zuhalten — stattdessen rechts auf die Graszunge queren, die schon weiter oben auf dem Grat sichtbar war (siehe Bild oben), die hinunter und um den oberen Rand des Abbruchs herumführt. Wo die Graszunge endet, links abbiegen; das führt um den riesigen Abbruch herum, der sonst den Grat versperrt.
Blick zurück von kurz unterhalb der Graszunge, mit dem umgangenen Abbruch im Hintergrund.
Blockgelände zu Hochspeler und Rappenstein: Jenseits der Graszunge wird das Gelände zu blockigem Geröll. Sich hindurcharbeiten bis zum Hochspeler und weiter zum Rappenstein. Nach dem Plasteikopf ist dieser letzte Abschnitt vergleichsweise einfach.
Diese Route ist nur für sehr fitte Personen, die wissen, was sie im Gebirge tun.
Bedingungen & Saison
- Beste Monate: Juli–September, und nur bei vollständig schneefreien, trockenen Verhältnissen
- Ab dem Punkt, an dem der markierte Weg oberhalb der Alp Lawena verlassen wird, komplett weglos — solide Navigationsfähigkeiten und ein heruntergeladener GPS-Track sind unerlässlich
- Der Grasgrat wird bei Nässe extrem rutschig — nicht angehen
- Keine Hütten oder Wasserstellen entlang des Grats — alles Nötige mitnehmen
Anreise
Mit dem Bus: Liechtenstein Bus nach Triesen, dann zu Fuss zur Säga.
Mit dem Auto: Nach Triesen fahren und bei der Säga parken.
Rückweg: Vom Rappenstein aus gibt es zwei Möglichkeiten. Die kürzere ist ein markierter T2-Weg direkt hinunter zur Alp Lawena und zurück zur Säga, teilweise auf der Route des Aufstiegs. Die längere Alternative führt weiter über die Alp Gapfahl Richtung Steg durch das Valünatal, von wo der Bus zurück nach Triesen Säga fährt.